50 Euro Sachbezug oder 100 Euro brutto?
Die Frage kommt in fast jedem Gespräch. Hier steht die Rechnung einmal komplett da, mit dem, was dabei gern unter den Tisch fällt.
Ein Mitarbeiter fragt nach mehr Geld. Die naheliegende Antwort ist eine Gehaltserhöhung. Die zweite Möglichkeit ist eine steuerfreie Zusatzleistung. Beide kosten euch etwas, aber sie kommen unterschiedlich an.
Die Rechnung nebeneinander
Ausgangspunkt ist eine gleiche Wirkung beim Beschäftigten: 50 Euro mehr im Monat, die tatsächlich ankommen.
| Weg | Was ankommt | Was es euch kostet |
|---|---|---|
| Bruttolohnerhöhung | 50 € netto | rund 108 € |
| Warengutschein (Sachbezug) | 50 € | rund 54 € |
Musterrechnung aus dem VorsorgePlus-Referenzdokument. Die genauen Werte hängen von Steuerklasse, Kirchensteuer und Beitragssätzen ab. Was für euren Betrieb gilt, gehört vorher geprüft.
Der Unterschied entsteht doppelt. Bei der Gehaltserhöhung gehen von den zusätzlichen Euro erst Lohnsteuer und Sozialabgaben des Beschäftigten ab, und ihr zahlt zusätzlich den Arbeitgeberanteil. Beim Sachbezug fällt beides weg, solange die Freigrenze eingehalten wird.
Bei 30 Leuten macht das im Jahr
Rechnet man dieselbe Wirkung für 30 Beschäftigte, stehen rund 38.900 Euro Jahreskosten gegenüber rund 19.400 Euro. Die Differenz liegt bei etwa 19.500 Euro, ohne dass beim Einzelnen weniger ankommt.
Das ist kein Gehaltsersatz. Ein Sachbezug ist eine zusätzliche Leistung. Wer eine bestehende Gehaltszusage in einen Sachbezug umwandelt, bewegt sich schnell auf dünnem Eis. Genau hier lohnt sich die Prüfung durch die Steuerberatung, bevor etwas eingeführt wird.
Was gegen den Sachbezug spricht
- Die Freigrenze ist eine Grenze, kein Freibetrag. Wird sie in einem Monat überschritten, ist der komplette Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Überhang.
- Es zählt nicht für die Rente. Eine Gehaltserhöhung erhöht die Beitragsbemessung, ein Sachbezug nicht. Für jemanden kurz vor der Rente kann das ein Argument sein.
- Es ist nicht frei verfügbar. Ein Warengutschein ist kein Bargeld. Für manche ist das egal, für andere nicht.
Der pragmatische Weg
In der Praxis funktioniert eine Kombination am besten: eine moderate Gehaltsanpassung dort, wo sie ansteht, und zusätzlich Leistungen, die netto voll ankommen. So bleibt die Gehaltsstruktur intakt, und ihr bekommt für dasselbe Budget deutlich mehr Wirkung.
Auf der Startseite steht ein Rechner, mit dem ihr das für eure Mitarbeiterzahl durchspielen könnt.